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Urbas-Elf bleibt ungeschlagen – Unentschieden in Bendorf

Am gestrigen Sonntagnachmittag gastierte der SVN beim SC Bendorf-Sayn. Nachdem der SC nach seinem Wiederaufstieg zunächst zwei Jahre in der Staffel des Westerwaldkreises unterwegs war, stand nun die Rückkehr des Derbys an. Die Insulaner waren mit vier Punkten aus ihren ersten beiden Auswärtsspielen gut in die Saison gestartet. Bendorf-Sayn hingegen war zu diesem frühen Zeitpunkt der Spielrunde das einzige noch verlustpunktfreie Team. Das sollte sich nach einer starken Vorstellung des SVN an diesem Nachmittag ändern.

In Abwesenheit von Kapitän Tim Felber stellte Coach Julian Urbas sein System um. Vor Torhüter Tom Strick bildeten Tobias Dott, Julian Urbas, Luca Karbaum und Yannik Rendgen die Viererkette. Im Mittelfeld zogen Rene Fuhr, Fabian Klöckner und Luca Mohr die Fäden. In der Offensive begannen Colin Klinkner, Ismailla Sankareh und Robin Meyer.

Die Bendorfer starteten mit ihren körperlich präsenten und schnellen Angreifern aggressiv und setzten die Blauweißen früh unter Druck. Gelang es dem SVN jedoch, die erste Pressinglinie sauber zu überspielen, öffneten sich schnell Räume. Die ersten 20 Minuten waren von rassigen Zweikämpfen und intensiven Sprints geprägt, die ganz großen Torchancen blieben zunächst allerdings aus.

Mitte der ersten Halbzeit übernahm der SVN zunehmend das Kommando und war nun deutlich feldüberlegen. Robin Meyer vergab zunächst die erste nennenswerte Gelegenheit, wenig später durfte die Urbas-Elf dann aber jubeln: Nach einem Eckball der Gastgeber schalteten die Insulaner blitzschnell um. Über Yannik Rendgen und Luca Mohr gelangte der Ball zu Ismailla Sankareh, der sich um seinen Gegenspieler drehte und dabei mit der Hand auf dem Ball landete. Da Schiedsrichter Bach die Situation weiterlaufen ließ, setzte Sankareh seinen Lauf fort und bediente den völlig freistehenden Colin Klinkner. Dieser ließ sich die Chance nicht nehmen und vollendete in die kurze Ecke zum 0:1.

Der SVN blieb am Drücker und wollte umgehend nachlegen. Möglichkeiten dazu gab es in dieser Phase zuhauf: Luca Mohr verpasste per Kopf, auch Colin Klinkner und Ismailla Sankareh kamen zu Abschlüssen. Die beste Gelegenheit hatte allerdings Robin Meyer. Nach einem fabelhaften Spielzug tauchte er frei vor dem Bendorfer Schlussmann auf, doch dieser blieb im Eins-gegen-eins Sieger und luchste Meyer den Ball beim Umkurven vom Fuß.

Als sich die erste Halbzeit bereits dem Ende zuneigte, wurde es noch einmal turbulent. Einen langen Ball wollte der Bendorfer Torhüter ablaufen, doch Sankareh setzte mit seiner unfassbaren Geschwindigkeit dazwischen, eroberte das Kunstleder und wurde anschließend vom Keeper zu Fall gebracht. Eine klare Vereitelung einer hundertprozentigen Torchance – doch Schiedsrichter Bach überraschte und beließ es überraschenderweise bei der Gelben Karte. Da dem 0:1 allerdings ein durchaus strafbares Handspiel vorausgegangen war, wollen wir an dieser Stelle noch von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen.

Unterm Strich zeigte der SVN eine starke erste Halbzeit. Auch ohne Kapitän Tim Felber präsentierte sich die Defensive überaus sattelfest. Mit großem Einsatz, intensiven Läufen und starken Grätschen wurde nahezu jeder Zweikampf gewonnen. Besonders Spielertrainer Julian Urbas ging dabei voran. Obwohl er mehrfach einstecken musste, ordnete er seine Hintermannschaft jederzeit hervorragend und fing in letzter Instanz zahlreiche Bälle ab. Die Konsequenz: Der SC Bendorf-Sayn brachte im ersten Spielabschnitt nahezu keinen Torschuss zustande.

Der zweite Durchgang begann zunächst etwas ausgeglichener. Nach einem Eckball kamen die Hausherren zu ihrer ersten Kopfballchance. Auf der Gegenseite verzog Sankareh aus kurzer Distanz mit seinem schwächeren Fuß. In der Folge entwickelte sich ein offeneres, temporeiches Spiel. Ein strammer Fernschuss der Gastgeber strich nur knapp am Gehäuse von Tom Strick vorbei, gleichzeitig boten sich dem SVN zunehmend Räume für schnelle Gegenangriffe. Gleich dreimal liefen die Blauweißen in Überzahl auf das Bendorfer Tor zu. Leider fehlte jeweils beim letzten Pass die nötige Präzision, sodass es beim knappen Vorsprung blieb. Der eingewechselte Lars Buckler, der sein Pflichtspieldebüt für den SVN feierte, verfehlte das Tor nur knapp. Auf der anderen Seite musste Tom Strick sein ganzes Können aufbieten und hielt mit einer starken Parade die Führung fest.

So ging die Partie auf Messers Schneide in die Schlussviertelstunde. Dann ahndete Schiedsrichter Bach einen minimalen Kontakt im SVN-Strafraum als Foulspiel. Eine vertretbare, aber dennoch sehr harte Entscheidung. Den fälligen Strafstoß verwandelten die Gastgeber sicher zum 1:1. Die Blauweißen ließen sich davon jedoch nicht beirren und rannten weiter an. In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Angriff um Angriff rollte auf das Bendorfer Tor zu, denn die Urbas-Elf wollte unbedingt den Dreier. Mehrere vielversprechende Angriffe wurden wegen vermeintlicher Abseitspositionen zurückgepfiffen, doch auch davon ließen sich die Insulaner nicht aus dem Konzept bringen.

Sankareh setzte sich auf der linken Seite bärenstark durch. Über den eingewechselten Stefan Zimmermann gelangte der Ball zu Luca Mohr, der aus rund elf Metern direkt abzog. Irle im Bendorfer Tor reagierte glänzend und bewahrte seine Mannschaft vor dem erneuten Rückstand. Beim anschließenden Eckball landete der zweite Ball bei Yannik Rendgen, der im gegnerischen Sechzehner zu Fall gebracht wurde. Dieses Mal blieb die Pfeife des eigentlich gut positionierten Schiedsrichters Bach allerdings stumm.

Die dreiminütige Nachspielzeit lief bereits, als sich dem SVN erneut die große Gelegenheit zum Siegtreffer bot. Sankareh war am Sechzehner frei durch, setzte seinen Abschluss jedoch hauchdünn am Pfosten vorbei. Wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff sah Mittelfeldmotor Luca Mohr noch die Gelb-Rote Karte und wird damit am Freitagabend fehlen. Tom Strick fing den letzten Schussversuch der Gastgeber sicher ab, dann war Schluss. Es blieb beim 1:1.

Mit dieser kämpferisch und spielerisch tadellosen Leistung hätten sich die Blues zweifellos zwei Punkte mehr verdient gehabt. Nichtsdestotrotz bleibt der SVN nach drei Spieltagen und ausschließlich Auswärtsspielen gegen starke Gegner ungeschlagen.

Julian Urbas zeigte sich nach der Partie entsprechend zufrieden: „Ich bin echt stolz auf die Jungs, dass wir in der Lage waren, unseren Matchplan inklusive Systemumstellung so vorbildlich und diszipliniert umzusetzen, dass Bendorf kaum Lösungen gefunden hat. Dann ist es ähnlich wie gegen Rheindörfer, dass wir es verpasst haben, nachzulegen. Ob Meyer in der ersten Halbzeit, die drei Querpässe in der zweiten Halbzeit, die nicht ankommen, oder die Abschlüsse von Luca Mohr und Isi – eines davon muss das zweite Tor sein und dann gewinnst du auch verdient auswärts in Bendorf. So ist es schade, aber ich glaube nicht, dass es viele Mannschaften geben wird, die in Bendorf überhaupt einen Punkt mitnehmen.“

Heimspiel-Premiere am Freitag

Weiter geht es für das Flaggschiff des SVN bereits am Freitagabend. Um 20 Uhr empfängt der SVN-Tross den VfR Eintracht Koblenz zum ersten Heimspiel der Saison. Hier ist die Mannschaft gewillt, die ersten drei Punkte vor heimischem Publikum einzufahren, um anschließend am Samstagabend in der Rheinschanz das 90-jährige Jubiläum gebührend feiern zu können. Zu diesem besonderen Anlass möchten wir an dieser Stelle noch einmal herzlich einladen.

Zweite mit erfolgreichem Saisonstart

Die Zweite Mannschaft setzte sich derweil beim SC SB Filsen mit 2:0 durch. Trotz Chancenwuchers wollten nicht mehr als zwei Treffer für die Reserve fallen. Jona Maier und Tobias Stein per Elfmeter sorgten für die Tore.

Macht nichts – schließlich gibt es auch für höhere Siege nicht mehr als drei Punkte. Mit zehn Zählern aus vier Spielen ist der Saisonauftakt für die Ha-/Brinkmänner jedenfalls mehr als geglückt.