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Punktgewinn nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten

Nach dem 6:1-Derbysieg in Urbar und dem zuletzt spielfreien Wochenende gastierte der SV Niederwerth am Sonntag bei der SG Rheindörfer. Aufgrund des doch recht kurzfristigen Spielortwechsels ging es am Sonntag zur Primetime 14:30 Uhr auf den recht kurzen Rasenplatz nach Kaltenengers.

Coach Julian Urbas vertraute weitgehend der siegreichen Elf aus dem Urbar-Spiel. Lediglich für den verhinderten Leon Gäbler rückte Luca Mohr in die Startformation, der in Urbar nach seinem Urlaub und dem damit verbundenen Trainingsrückstand noch auf der Bank Platz genommen hatte.

Im Tor begann wie gewohnt Tom Strick. Die Dreierkette bildeten Kapitän Tim Felber, Spielertrainer Julian Urbas und Geburtstagskind Yannik Rendgen. Auf den Schienen starteten Tobias Dott und Luca Mohr. Im Zentrum agierten Luca Karbaum und René Fuhr, unterstützt von Fabian Klöckner, der zwischen den beiden Spitzen Colin Klinkner und Robin Meyer für Gefahr sorgen sollte.

Nach wenigen Minuten Spielzeit übernahm der SVN die Kontrolle über das Spielgeschehen und näherte sich immer wieder dem gegnerischen Gehäuse. Die erste Topchance gehörte Luca Mohr, der nach Vorlage von Colin Klinkner frei zum Abschluss kam. Der gegnerische Schlussmann konnte den Ball jedoch gerade noch vor der Torlinie entschärfen. Wenig später fiel dann die fällige Führung: Nach einem langen Ball von René Fuhr tauchte der aufgerückte Tobias Dott frei vor dem Tor auf. Uneigennützig legte er noch einmal quer, sodass Colin Klinkner nur noch einschieben musste – 1:0 für die Insulaner. Der SVN blieb am Drücker. Fabian Klöckner wurde von Luca Karbaum herrlich freigespielt und hatte freie Bahn, doch der Unparteiische entschied auf Abseits. Eine äußerst unglückliche Entscheidung, da ein deutlich tiefer postierter Abwehrspieler übersehen wurde und dem SVN damit eine hundertprozentige Torchance genommen wurde. Auch die nächste Großchance führte nicht zum zweiten Treffer. Julian Urbas fand Fabian Klöckner zwischen den Ketten, der im Anschluss Robin Meyer in den Sechzehner durchsteckte. Dessen Chip konnte der herausstürmende Torhüter gerade noch entschärfen. Auf der Gegenseite erlebte Tom Strick eine ausgesprochen geruhsame erste Halbzeit, hatten seine Vorderleute doch nahezu alles im Griff. Zwar geriet auf dem kurzen Platz der ein oder andere lange Ball etwas zu lang und wurde so zur leichten Beute des gegnerischen Torhüters, insgesamt zeigte die Urbas-Elf jedoch eine starke erste Halbzeit und hatte das Geschehen jederzeit unter Kontrolle.

Die Heimelf kam verbessert aus den Katakomben und sorgte mit der Einwechslung von Michel Schmitz für mehr Sicherheit im eigenen Defensivverbund. Auf Seiten der Blues lief hingegen im zweiten Spielabschnitt kaum noch etwas zusammen. Viele leichte Ballverluste und Abstimmungsschwierigkeiten machten sich bemerkbar, echte Ballbesitzphasen wurden zur Mangelware. Die SG Rheindörfer übernahm zunehmend die Spielkontrolle, kam zunächst aber noch nicht entscheidend vor das Niederwerther Tor. Das sollte sich im weiteren Spielverlauf ändern. Vielleicht hätten die Insulaner noch einmal Oberwasser bekommen können, als ein Spieler der SGR nach einem taktischen Foul eigentlich die fällige Ampelkarte hätte sehen müssen. Der Unparteiische ließ jedoch Gnade vor Recht ergehen, sodass es mit elf gegen elf weiterging. Die Heimelf blieb am Drücker. Tom Strick konnte die Führung zunächst noch mit einer starken Parade festhalten, doch in der 79. Minute fiel der mittlerweile verdiente Ausgleich. Einen Einwurf konnte die Niederwerther Hintermannschaft zunächst klären, doch im Rückraum hatte Emmerich viel zu viel Platz. Per sehenswertem Volley-Aufsetzer traf er zum 1:1.

Auch danach blieb die SGR das aktivere Team. Als sich die Rheindörfer erneut durch den Defensivverbund des SVN kombinierten und der heranrauschende Stürmer nach einem Querpass frei vor dem Tor nur den Pfosten traf, hatten die Blues noch einmal Glück.

So blieb es beim 1:1 und damit bei einem Punkt für den SV Niederwerth. Aufgrund der komplett unterschiedlichen Halbzeiten geht die Punkteteilung am Ende in Ordnung.

Julian Urbas: „Zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten stimmen in jedem Fall. Die Dominanz und das Selbstbewusstsein, das wir in der ersten Halbzeit an den Tag gelegt haben, waren super. Im Nachhinein müssen wir die Führung in der ersten Halbzeit weiter ausbauen, dann wäre es vermutlich ein ganz anderes Spiel geworden.
Wie wir uns allerdings in der zweiten Halbzeit präsentiert haben, überrascht mich selbst. Ich bin gespannt auf das Video und denke, dass es dort einiges zu besprechen geben wird!“

Nächste Woche wartet erneut ein schweres Auswärtsspiel auf den SVN. Beim SC Bendorf-Sayn gastiert die Urbas-Elf bei der einzigen noch punktverlustfreien Mannschaft. Knüpft das Flaggschiff des SVN an die Leistung aus dem Urbar-Spiel oder an die starke erste Halbzeit in Kaltenengers an, ist aber sicherlich auch dort etwas möglich.