90 Jahre SV Niederwerth – neun Jahrzehnte voller Leidenschaft, Zusammenhalt, Freundschaften, Höhen und Tiefen. Ein Verein, der Generationen miteinander verbindet und dessen Geschichte von unzähligen Menschen geschrieben wurde. Am vergangenen Samstag durften wir das gebührend feiern und genau das erleben:
Der Jubiläumstag begann am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen in der Rheinschanz – und damit ganz bewusst mit einem Teil des Festes, der den Menschen gewidmet war, die den SV Niederwerth über viele Jahrzehnte begleitet, geprägt und mit Leben gefüllt haben. Mehr als 80 Gäste folgten der Einladung und sorgten dafür, dass in der Wirtschaft kein Platz frei blieb. Bei Kaffee und Kuchen wurde in Erinnerungen geschwelgt, alte Fotos aus den verschiedenen Epochen wurden herumgereicht, Geschichten von früher erzählt und so manches „Weißt du noch?“ sorgte für ein Lächeln. Es war ein herzlicher und vor allem wertschätzender Nachmittag – und eine wunderbare Gelegenheit, denjenigen etwas zurückzugeben, die dem SVN über Jahrzehnte die Treue gehalten und damit einen wichtigen Teil seiner Geschichte geschrieben haben. Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen, die Kuchen für diesen Nachmittag gespendet haben sowie Conny Dott, Leiterin der Gymnastikabteilung, die sich maßgeblich um die Organisation der Kuchenspenden gekümmert hat. Der Nachmittag bot außerdem einen würdigen Rahmen, um einige Ehrungen nachzuholen. Josef Münz blickt auf unglaubliche 75 Jahre Mitgliedschaft im SV Niederwerth zurück. Als Zeichen der großen Anerkennung durfte Josef eine Urkunde und einen SVN-Schal vom 1. Vorsitzenden Björn Bähner entgegennehmen. Jürgen Portugall wurde für stolze 60 Jahre Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt und mit der goldenen Vereinsehrennadel mit Brillant geehrt. Fast die Hälfte dieser sechs Jahrzehnte war „Portu“ im Vorstand aktiv und hat damit unseren Verein über viele Jahre ganz wesentlich mitgestaltet.
Um 17:30 Uhr stand mit der Gedenkandacht auf dem Friedhof ein ganz besonderer Moment des Jubiläumstages an. Gemeinsam hielten wir inne und erinnerten uns an all jene Menschen, die den SV Niederwerth über viele Jahrzehnte begleitet, geprägt und mit ihrem ehrenamtlichen Engagement getragen haben, heute aber leider nicht mehr unter uns sind. Auch wenn sie heute fehlen, sind ihre Spuren geblieben. Josef Haben fand dabei – wie gewohnt – die richtigen Worte. So wurde die Gedenkandacht zu einem stillen, aber umso bedeutungsvolleren Teil unseres Jubiläums – einem Moment, in dem wir den Blick zurückrichteten und zugleich dankbar daran dachten, auf welchem Fundament 90 Jahre SV Niederwerth aufgebaut sind.
Nach dem gemeinsamen Innehalten auf dem Friedhof kehrte die SVN-Familie in die Rheinschanz zurück – und dort wartete bereits der nächste Höhepunkt eines außergewöhnlichen Jubiläumstages. Rund 250 Gäste füllten den blau-weiß dekorierten Saal. Besonders schön: Es war ein Abend, der die unterschiedlichsten Generationen und Wegbegleiter unseres Vereins zusammenbrachte.
Mitglieder der Niederwerther Ortsvereine feierten gemeinsam mit Vertretern befreundeter Vereine, Sponsoren und langjährigen Weggefährten. Ehemalige Funktionsträger und aktive Spieler standen zusammen mit Menschen, die vor Jahrzehnten selbst das SVN-Trikot getragen und auf dem Platz ihre Knochen für den Verein hingehalten hatten. Diejenigen, die dem Niederwerth bis heute verbunden sind, trafen auf Gäste, die teilweise eine weite Anreise auf sich genommen hatten, um alte Freunde wiederzusehen und gemeinsam in Erinnerungen an ihre Zeit beim SVN zu schwelgen.
Ein besonderer Blickfang waren dabei auch Lars Bender und Stefan Haben – zwei Spieler, die einst ihre ersten Schritte in der SVN-Jugend machten und es später bis in den Profifußball schafften. Dass auch sie an diesem Abend Teil der großen SVN-Familie waren, ist eine besondere Auszeichnung für die Jugendarbeit unseres Vereins.
Durch das Programm führten Dominik Süßmeyer und der ehemalige 1. Vorsitzender Matthias Klöckner mit viel Humor und sorgten dafür, dass sich ein Programmpunkt nahtlos an den nächsten reihte. So übergaben sie die Bühne zunächst unseren Ehrengästen.
Kreisbeigeordneter Jens Firmenich überbrachte die besten Grüße des Landkreises und würdigte die Bedeutung des Vereins sowie das über Jahrzehnte geleistete ehrenamtliche Engagement. Ortsbürgermeister Horst Klöckner hob in seinem Grußwort die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem SV Niederwerth hervor. Christian Kaul sprach im Namen der Niederwerther Ortsvereine und des Vereinsrings und unterstrich damit einmal mehr, wie wichtig das Miteinander und der Zusammenhalt auf unserer Insel sind.
Natürlich durfte auch unser 1. Vorsitzender Björn Bähner nicht fehlen. In einer flammenden und zugleich sehr emotionalen Rede nahm er die Gäste mit auf eine Reise durch 90 Jahre SV Niederwerth – von den Anfängen über die Entwicklung des Vereins und die großen Infrastrukturprojekte bis hin zu besonderen sportlichen und gemeinschaftlichen Momenten. Vor allem aber stellte er eines immer wieder in den Mittelpunkt: die Menschen, die den SV Niederwerth über neun Jahrzehnte zu dem gemacht haben, was er heute ist.
Ein ganz besonderer Moment des Abends gehörte der Bezirksliga-Aufstiegself von 2001. 25 Jahre nach dem größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte kam die Mannschaft erstmals wieder in größerer Runde zusammen. Spieler, die damals gemeinsam auf dem Platz standen und SVN-Geschichte geschrieben haben, wurden noch einmal auf die Bühne gebeten und gebührend geehrt. Das Aufstiegsvideo ließ die Erinnerungen an diese besondere Saison wieder lebendig werden. Bilder von damals, vertraute Gesichter und Szenen aus einer Zeit, die für viele bis heute unvergessen ist. Der damalige Goalgetter Michael „Otto“ Kaul ließ es sich natürlich nicht nehmen, einige Worte an die Festgesellschaft zu richten. Und spätestens als Sven „Diego“ Steinebach gemeinsam mit seinen ehemaligen Mitspielern „Gute Freunde kann niemand trennen“ anstimmte, dürfte bei vielen im Saal endgültig das Gefühl aufgekommen sein, dass manche Dinge auch nach 25 Jahren noch genauso sind wie damals.
Und 20 Uhr hieß es: Bühne frei für Vinnie Cooper! Was anschließend passierte, lässt sich eigentlich nur schwer in Worte fassen. Von „Ein Bett im Kornfeld“ über „Price Tag“ bis hin zu „Schrei nach Liebe“ war musikalisch für jeden etwas dabei. Vinnie Cooper heizte dem Saal ordentlich ein – und die SVN-Familie nahm das Angebot dankend an. Es wurde gesungen, getanzt, gelacht und gefeiert. Dabei spielte es längst keine Rolle mehr, welcher Generation man angehörte, ob man heute noch aktiv für den SVN unterwegs ist oder das letzte Mal vor Jahrzehnten das Trikot getragen hatte. Für diesen Abend gab es nur eine Mannschaft: die SVN-Familie. Und die wollte einfach nicht nach Hause.
Als längst Mitternacht vorbei war und bei „In unserem Veedel“ und „Tommy“ noch immer unzählige Menschen gemeinsam sangen und sich in den Armen lagen, war endgültig klar: Dieser Abend war mehr als eine Jubiläumsfeier. Er war ein Stück gelebte SVN-Geschichte.
Zeit, Danke zu sagen: Ein solches Fest ist nur möglich, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken. Deshalb gilt unser herzlicher Dank allen Sponsoren, ohne deren Unterstützung eine Feier in dieser Form nicht möglich gewesen wäre, sowie allen, die bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung mitgeholfen und damit zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen haben.
Ein ganz besonderer Dank gilt dem Team der Rheinschanz. Sie ist für uns weit mehr als unsere Vereinsgaststätte – sie ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner und hat auch an diesem Jubiläumsabend wieder dafür gesorgt, dass es unseren Gästen an nichts fehlte.
Und schließlich gilt unser größter Dank jedem Einzelnen, der dabei war, mit uns gefeiert, gelacht, gesungen und diesen Tag zu etwas Besonderem gemacht hat. Denn genau das macht unseren Verein aus: Nicht einer allein, sondern wir alle gemeinsam sind der SV Niederwerth.
Mit diesem besonderen Abend endet unsere Jubiläumsfeier – aber ganz sicher nicht unser Antrieb. Zurücklehnen und zufrieden die Hände in den Schoß legen? Dafür ist beim SVN kein Platz. Franz Kremer, Meistermacher des 1. FC Köln 1963/1964, hat es einst treffend formuliert: „„Tradition hat nur dann Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“. Wir dürfen mit Stolz auf 90 Jahre SV Niederwerth und auf all das blicken, was Generationen vor uns geschaffen haben. Gleichzeitig liegt es an uns, dieses Erbe mit Leben zu füllen und den Verein weiterzuentwickeln. Mit unseren beiden Rasenplätzen plus Kleinspielfeld steht dafür das richtige Fundament bereit. Tino Zengler als Liegenschaftsleiter und Bernd Keßelheim, Sprecher der Zeugwarte, haben stets ein wachsames Auge darauf, dass unsere Sportanlagen in Schuss bleiben. Unsere Gymnastikabteilung unter der Leitung von Conny Dott bietet ein vielfältiges Kursangebot mit qualifizierten Übungsleitern. Der Jugendfußball mit „Matzel“ Klöckner und Christian Ohlef erfreut sich großer Beliebtheit und bietet Kindern und Jugendlichen jeden Alters eine sportliche Heimat – von den Kleinsten bis zu den älteren Jahrgängen kann beim SVN jeder dem runden Kunstleder hinterherjagen. Auch unsere Seniorenmannschaften sind nach Jahren sportlicher Stagnation wieder deutlich im Aufwind und nach vier Spieltagen jeweils noch ungeschlagen. Mit Julian Urbas steht unserer ersten Mannschaft, dem Flaggschiff des Vereins, dabei ein exzellenter Trainer zur Seite, der sportlich wie menschlich zum SVN passt wie „Arsch auf Eimer“. Im Hintergrund sorgt Manuel Stein mit viel know-how und Geschick dafür, dass die Kasse stimmt, während mit Björn Bähner und Dominik Schmengler ein grandioses Duo an der Spitze des Vereins steht, das mit viel blau-weißem Herzblut an der rosigen Zukunft des SVN arbeitet. Unterstützt wird der Vorstand von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, auf die jederzeit Verlass ist. Lasst uns also gemeinsam anpacken, unsere Tradition bewahren, neue Ideen entwickeln und die nächsten Kapitel der Geschichte des SV Niederwerth schreiben. Denn die ersten 90 Jahre waren großartig – die Zukunft gehört uns allen.















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