Coach Julian Urbas konnte endlich wieder auf den aus dem Urlaub zurückgekehrten Kapitän Tim Felber zurückgreifen, musste selbst allerdings verletzungsbedingt passen. Mit Tom Strick im Tor, der Dreierkette bestehend aus Tim Felber, Luca Karbaum und Yannik Rendgen, Tobias Dott und Robin Meyer auf den Schienenpositionen, Fabian Klöckner, René Fuhr und Luca Mohr im Zentrum sowie Colin Klinkner und Ismailla Sankareh im Angriff konnte der SVN dennoch eine starke Anfangself aufbieten.
Das Spiel hielt, was es versprach: Beide Teams schalteten bei Ballverlusten des Gegners sofort um und bedienten mit flachen Vertikalpässen jeweils ihre schnellen und trickreichen Offensivreihen. Auch wenn die ganz großen Chancen in der umkämpften und intensiven Anfangsphase ausblieben, lebte das Spiel von seiner Spannung. Zudem zeigten sich die Defensivverbünde beider Mannschaften stets aufmerksam.
Nachdem die Gäste in der ersten halben Stunde etwas mehr Torannäherung gezeigt hatten, übernahm der SVN zunehmend das Kommando. Zunächst prüfte Colin Klinkner mit einem satten Distanzschuss den gegnerischen Schlussmann. Wenige Sekunden später fasste sich Robin Meyer ein Herz und versuchte es mit einem strammen Schuss von der Sechzehnmeterkante. Diesen konnte der Torhüter mit den Fingerspitzen noch an das Lattenkreuz lenken.
Die Blues spielten sich in diesen Minuten in einen Rausch, eroberten erneut das Kunstleder und starteten die nächste Angriffswelle. Eine Hereingabe von der linken Seite wurde im Zentrum zunächst verpasst, René Fuhr blieb jedoch aufmerksam, tanzte seinen Gegenspieler aus und passte zentimetergenau auf Ismailla Sankareh, der aus wenigen Metern keine Mühe hatte, das 1:0 für seine Farben zu erzielen.
Die Jubelstürme auf der Südspitze waren noch nicht abgeebbt, als Niederberg postwendend den Ausgleich erzielte und dabei gleich von zwei Ausrutschern in der SVN-Defensive profitierte. Beinahe hätten die Gäste sogar einen Doppelschlag erzielt und die Partie komplett gedreht. Zunächst passte der Querpass vor dem Tor jedoch nicht, anschließend ging ein Schuss nur wenige Zentimeter am Gehäuse von Tom Strick vorbei. So ging es mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Kabinen.
Der Tabellenführer kam stark aus den Katakomben und konnte einige Abschlüsse verzeichnen. Glück hatte der SVN in dieser Druckphase, als ein aussichtsreicher Abschluss nur an den Pfosten ging und das Unentschieden somit zunächst Bestand hatte. Nach rund einer Stunde mussten die Blues dann aber doch das 1:2 hinnehmen. Niederberg gewann den Ball auf der linken Seite, der Flügelspieler bediente mit seinem Querpass Goalgetter Lewer, der das Spielgerät unter die Latte knallte.
Die Urbas-Elf zeigte sich jedoch keineswegs geschockt und wurde ihrerseits mit Standardsituationen gefährlich. Nach einem Eckball verfehlte Fabian Klöckner per Kopf denkbar knapp das Tor. Wenige Augenblicke später hatten die Blues dann aber Grund zum Jubeln: Dieses Mal brachte Luca Karbaum eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld in den Strafraum und fand Kapitän Tim Felber, der sich gegen mehrere Gegenspieler durchsetzte und den Ball gegen die Laufrichtung des Torhüters zum umjubelten 2:2 einköpfte. Alles wieder offen auf der Südspitze!
Die Stimmung wurde jedoch alsbald wieder getrübt, als der bereits gelbverwarnte Robin Meyer einen Angriff der Gäste mit einem Foulspiel unterband. Der sichere Schiedsrichter Kolbeck hatte keine andere Wahl, als den SVN-Spieler vorzeitig zum Duschen zu schicken. Niederberg spielte die Überzahl gut aus: Lewer setzte sich im linken Halbfeld durch und bediente Baier, der mit Hilfe der Unterlatte die Führung für sein Team wiederherstellte (80. Spielminute). Urbas machte von seinem Wechselkontingent Gebrauch und brachte in der Schlussviertelstunde Leon Gäbler, Kabiru Barjo, Stefan Zimmermann, Leon Hause und Niclas Bürger für Sankareh, Dott, Mohr, Fuhr und Klinkner. Doch in Unterzahl gelang es den Insulanern nicht mehr, entscheidend vor das gegnerische Tor zu kommen. So blieb es schlussendlich beim 2:3 gegen den Aufstiegsfavoriten schlechthin.
Julian Urbas: „Es ist natürlich enttäuschend, da wir wirklich viel Aufwand betrieben hatten. Egal, ob die Trainingseinheiten darauf abgestimmt waren oder auch im Spiel selbst, tut es dann echt weh, mit leeren Händen dazustehen. Es war ein Spiel auf Messers Schneide und dann entscheiden Kleinigkeiten solche Spiele. Dazu zählt natürlich die gelb/rote Karte. Nichtsdestotrotz haben wir im Spiel auch sehr, sehr viel richtig gut gemacht. Das müssen wir nächste Woche in Arzheim erneut abrufen und dann bin ich überzeugt, dass wir uns auch wieder belohnen werden.“
Für den neutralen Zuschauer war es sicherlich ein tolles Spiel, leider mit dem schlechteren Ende für den SVN. Nach Jahren sportlicher Stagnation hat sich unter Julian Urbas in den vergangenen Jahren etwas bewegt. Die Mannschaft hat sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und sich erneut in eine Position gebracht, in der auch große Spiele auf Augenhöhe möglich sind. Dass es überhaupt wieder möglich ist, ein Topspiel der Kreisliga A auszutragen, das diesem Namen gerecht wird, zeigt die positive Entwicklung. Es gibt also keinen Grund den Kopf hängen zu lassen. Dass man erst im Oktober die erste Saisonniederlage hinnehmen musste, ist ebenfalls als Erfolg zu werten. Der SVN steht weiterhin auf einem tollen dritten Tabellenplatz.
Weiter geht es am kommenden Sonntag um 15 Uhr beim FC Arzheim. Dort werden die Blues alles daransetzen, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.
Die zweite Mannschaft kam am Sonntag nicht zum Einsatz. Aufgrund von Personalmangel musste der FC Urbar III die Partie absagen.

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