Coach Julian Urbas ließ sein Team in einem 3-5-2 auflaufen. Im Tor stand Tim Klöckner, davor bildeten Tobias Dott, Kapitän Luca Karbaum und Yannik Rendgen die Dreierkette. Im Zentrum davor gaben Rene Fuhr und Fabian Klöckner als Doppelsechs den Ton an, während Samuel Dubale und Luca Mohr jeweils als hängende Zehner agierten. Stefan Zimmermann komplettierte die Fünferreihe im Mittelfeld, ganz vorne bildeten Ismaila Sankareh (rechts) und Robin Meyer (links) die Sturmspitze.
Die ersten 15 Minuten gerieten dem SVN gar nicht nach Maß. Die Insulaner fanden zunächst keinen Zugriff auf die Partie, liefen dem Ball häufig nur hinterher und ließen dem Gastgeber viel Ballbesitz, der das Leder in den eigenen Reihen gut laufen ließ. Folgerichtig ging Löf/Oberfell/Burgen bereits in der 5. Minute in Führung, als sich die Niederwerther Abwehr kurzzeitig unkonzentriert zeigte.
In der Folge fand der SVN vor allem über ruhende Bälle und einzelne gute Aktionen nach vorne zurück ins Spiel. Für zusätzliche Würze sorgten zwei strittige Szenen: Aus Sicht der Insulaner blieben sowohl ein möglicher Elfmeter als auch ein Foulspiel des gegnerischen Torhüters als vermeintlich letzter Mann außerhalb des Strafraums ungeahndet. Schiedsrichter Christian Gödde blieb davon unbeeindruckt und zückte im Laufe der Partie insgesamt acht Mal Gelb – darunter in der 23. und in der 34. Minute jeweils gegen einen Spieler der Hausherren, die sich durch unnötiges Wegschießen des Balles wiederholt Verwarnungen einhandelten und damit gefährliche Standardsituationen für den SVN ermöglichten.
Den verdienten Ausgleich erzielte der SVN in der 31. Minute: Nach einem langen Einwurf behauptete Ismaila Sankareh den Ball und legte ihn an den Strafraumrand zurück, wo Rene Fuhr mit dem rechten Fuß souverän ins linke Eck einschob. Fünf Minuten später sah ein bereits verwarnter Löfer Spieler nach einem Foul an Fabian Klöckner die Gelb-Rote Karte – die Gastgeber mussten fortan mit zehn Mann auskommen. Einen Ansatz, die Partie noch einmal zu gestalten, ließ Löf/Oberfell/Burgen daraufhin vermissen und beschränkte sich bis zur Pause aufs Verteidigen. Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Wiederanpfiff blieb das Bild zunächst unverändert: Löf verteidigte in Unterzahl, der SVN hatte die Partie im Griff. In der 58. Minute setzte sich Sankareh auf der rechten Seite durch und bediente den mitgelaufenen Samuel Dubale, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste – 1:2. Die Insulaner blieben tonangebend, kombinierten sich immer wieder ansehnlich nach vorne und hatten reichlich Gelegenheiten, scheiterten dabei aber entweder am gegnerischen Torhüter oder am letzten Pass. Löf hingegen nutzte seine bis dahin einzige nennenswerte Möglichkeit der zweiten Hälfte über einen Konter: Eine Flanke fand Felix Horn, der höher stieg als die gesamte Niederwerther Hintermannschaft und per Kopf zum 2:2 ausglich – die 65. Minute.
Der SVN blieb danach weiter überlegen und brachte nun auch personell frische Kräfte: Für Robin Meyer kam in der 66. Minute Colin Klinkner, vier Minuten später ersetzte Leon Hause Stefan Zimmermann. Es folgten Julian Urbas für Yannik Rendgen (73.) und Niclas Bürger für Ismaila Sankareh (81.). Zunächst blieb das ohne Auswirkung auf das Ergebnis, ehe die Partie in der Schlussphase noch einmal richtig Fahrt aufnahm. In der 84. Minute erzielte Dan Schmitt aus knapp 18 Metern per Distanzschuss das 3:2 für die in Unterzahl kämpfenden Gastgeber. Der inzwischen nasse Kunstrasen ließ den Ball zusätzlich schneller und schwerer kontrollierbar werden.
Was folgte, waren die kuriosesten zehn Minuten des Nachmittags. Keine fünf Minuten nach dem Rückstand glich Colin Klinkner mit einem Solo zum 3:3 aus: Auf der rechten Seite ließ er gleich vier Gegenspieler stehen, zog nach innen und schlenzte den Ball mit links ins Tor – die 89. Minute. Der Jubel war kaum verklungen, da schlug Löf im direkten Gegenzug zurück: Nach wenigen schnellen Pässen stand Leopold Rausch am Sechzehner frei vor Tim Klöckner, der beim Versuch, den Ball zu klären, den Kürzeren zog – 4:3 in der 90. Minute. Der SVN stand nun kurz davor, die erste Saisonniederlage zu kassieren.
Doch in der Nachspielzeit hatte der SVN noch eine Antwort parat: Nach einer Flanke nahm Leon Hause den Ball hüfthoch im Drehen an und beförderte ihn mit nur einem Kontakt über den herausgelaufenen Torhüter zum 4:4 – der Schlusspunkt einer turbulenten Nachspielzeit.
Nach vier Minuten Nachspielzeit war in Löf Schluss. Dreimal musste der SVN im Verlauf der Partie einen Rückstand aufholen, dreimal gelang die Antwort – zuletzt in einer Schlussphase, die kaum verrückter hätte laufen können. Dass man mehr als die Hälfte der Spielzeit in Überzahl agierte und trotzdem nicht als Sieger vom Platz ging, schmerzt ein Stück weit. Nach schwachen ersten 15 Minuten zeigte die Mannschaft aber über weite Strecken guten Fußball, auch wenn die couragierte Leistung am Ende nicht mit dem Sieg belohnt wurde. Mit Moral bis zum Schlusspfiff bleibt der SVN auch nach fünf ausgetragenen Spielen weiterhin ungeschlagen.
Ein besonderer Dank geht an alle mitgereisten Fans, die die Mannschaft nach Löf begleitet und bis zur letzten Minute unterstützt haben.
Weiter geht es für den SVN mit dem nächsten Heimspiel auf der Südspitze gegen Nörtershausen.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.