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Heimsieg am Kirmeswochenende – Fairplay-Aktion der Gäste verdient Respekt

Nach dem Derbysieg beim SC Vallendar reitet der SV Niederwerth weiter auf der Erfolgswelle, zeigte am Freitagabend eine bärenstarke Leistung und gewann gegen die ambitionierte SG Weißenthurm mit 5:2.
Coach Julian Urbas: „Unser Matchplan ist komplett aufgegangen, wir wollten auf unserem großen Platz tief stehen und unseren Fokus auf unser Umschaltspiel setzen. Das hat in der ersten Halbzeit wunderbar funktioniert. In der zweiten Halbzeit wurde es ein wenig wild. Vielleicht können oder müssen wir sogar die ein oder andere Szene noch besser ausspielen, um dann vielleicht noch früher den Sack zu zu machen, aber sei es drum!“

Zwischen den Pfosten begann wie zuletzt Tim Klöckner. In der Dreierkette verteidigten wie gewohnt Kapitän Tim Felber, Luca Karbaum und Yannik Rendgen. Julian Urbas und Muhammad Chaudry starteten in der Zentrale und wurden von Tobias Dott und Steffen Gallus auf der Schiene unterstützt. Das Offensivspiel sollten vor allem Luca Mohr, Rene Fuhr und Robin Meyer beleben. 

Bereits nach zehn Minuten ging der SVN in Führung. Die Gäste verloren den Ball in der Vorwärtsbewegung, Rene Fuhr sicherte sich das Kunstleder, ließ seinen Gegenspieler mit einer Finte stehen und verwandelte souverän. Anschließend ließ er sich gebührend feiern, handelte es sich doch um seinen Premierentreffer im blauweißen Trikot. Weißenthurm zeigte sich zwar anschließend bemüht, doch jeder Spieler des SVN agierte mit hoher Intensität, warf sich aufopferungsvoll in jeden Zweikampf und erstickte die Offensivbemühungen im Keim. Und nach vorne ging auch immer etwas: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Luca Karbaum war es Spielertrainer Julian Urbas, der durchstartete und den Ball im Tor unterbrachte. Robin Meyer erhöhte nach Einladung des gegnerischen Torhüters nach 35 Minuten gar auf 3:0. Der SVN spielte sich in einen Rausch und hätte anschließend den Vorsprung sogar noch weiter ausbauen können. In einem ansonsten völlig fairen Spiel durften die Insulaner den Rest der Partie nach einer Tätlichkeit an Tobias Dott und dem damit verbundenen Platzverweis in Überzahl bestreiten. Die Gäste von der Thur zeigten sich jedoch nicht geschockt und verkürzten nach einem Eckball mit dem Halbzeitpfiff auf 3:1.

Im zweiten Spielabschnitt kam es dann zu einer bemerkenswerten Situation: Der Schiedsrichter zückte die rote Karte gegen Hamza Chaudry, weil er eine vermeintliche Beleidigung wahrgenommen hatte – eine Äußerung, die so jedoch nie gefallen war. In dieser Situation bewiesen die Spieler der SG Weißenthurm eindrucksvoll, was Fairplay im Fußball wirklich bedeutet. Sie klärten den Schiedsrichter über das Missverständnis auf und trugen somit dazu bei, dass die Entscheidung korrigiert und der Platzverweis zurückgenommen wurde. Die SG Weißenthurm setzte damit ein starkes Zeichen für Fairness und Sportsgeist. Auch Spielertrainer Julian Urbas würdigte das Verhalten die Gäste: „Dieses Verhalten verdient höchste Anerkennung! Mein absoluter Respekt geht an die Gäste, die sich nach der roten Karte vorbildlich verhalten, jegliche Proteste eingestellt und stattdessen die Situation beruhigt haben. Ein solches Verhalten habe ich so noch nie erlebt! Der Gegenspieler stelle die Situation richtig und klärte den Schiedsrichter auf, dass die Worte nie gefallen sind. Da gehört Größe zu; in dieser Situation auf die Gleichzahl zu verzichten und die rote Karte proaktiv rückgängig zu machen.“

Weiter im Spiel: Kurz darauf wurde dem SVN ein Eckball zugesprochen. Luca Karbaum fand Tim Felber am langen Pfosten, der das Spielgerät in die Mitte zurücklegte, wo Spielertrainer Julian Urbas energisch zum Ball ging, seinen Doppelpack schnürte und auf 4:1 erhöhte. Anschließend wurde fleißig durchgewechselt: Kabiru Barjo, Fabian Klöckner, Stefan Zimmermann, Leon Hause und Youssef Ben Jamia betraten das Spielfeld. Zwar konnten die Gäste nach einem Elfmeter noch auf 4:2 verkürzen, der Schlusspunkt war dann aber mit dem schönsten Tor des Tages dem SVN vorbehalten: Nach Flanke von Hamza traf Ben Jamia mit einem satten Seitfallzieher zum 5:2 Endstand. Jetzt kann auf der Kirmes ordentlich gefeiert werden!

Das Spiel wurde präsentiert von Hamann Bad Neuenahr. 

Hochleistungssport wurde übrigens auch auf dem benachbarten Hybridrasenplatz geboten. 18 Alte Herren trafen sich bei bestem Wetter in gemütlicher Atmosphäre, um das Leder ein wenig laufen zu lassen, ehe die Erste Mannschaft gemeinschaftlich angefeuert wurde. 

Weniger erfreulich war das Ergebnis der Zweiten am Vortag. Die Reserve unterlag der SG Nauort trotz zwischenzeitlichem Ausgleich von Leon Hause mit 1:2. Nun braucht das Team der Trainer Rau und Brinkmann in den letzten Spielen schon eine richtige Serie, um noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu haben.