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DERBYSIEG: Keine Gnade im Nachbarschaftsduell – SVN triumphiert in Vallendar

Geschlossene Mannschaftsleistung, voller Einsatz, tolle Tore, packende Zweikämpfe und pure Derby-Emotionen – der SV Niederwerth zeigte auf dem Mallendarer Berg eine Leistung mit Herz und Leidenschaft und gewinnt damit auch das zweite Verbandsgemeinde-Derby der Saison gegen den abstiegsbedrohten SC Vallendar.

Auf der weitläufigen Sportanlage am Mallendarer Berg kam dennoch echte Stimmung auf – vor allem dank der zahlreich mitgereisten SVN-Fans, die wie gewohnt in Vallendar – für Heimspielatmosphäre sorgten. Für zusätzliche Brisanz sorgte dabei die Konstellation, dass zahlreiche SVN-Kicker jenseits der Brücke in Vallendar wohnen.

Coach Julian Urbas: „Eine absolute Erleichterung und ich bin glücklich und stolz auf die Leistung der Jungs! Wir haben es genau mit den Tugenden, die wir uns vorgenommen haben, geschafft, unsere kleine Talfahrt zu beenden und stehen absolut als Derbysieger fest. Den einzigen kleinen Wermutstropfen, den ich empfinde, sind die letzten 15 bis 20 Minuten, in denen wir trotz Überzahl viel zu wenig Spielanteile hatten. Dennoch kräht danach kein Hahn mehr und mit dem Blick auf die Tabelle fühlt sich der Sieg sehr gut an.“

Für die Mission Derbysieg 2.0 begann zwischen den Pfosten wie zuletzt Tim Klöckner. In der Defensive setzte Urbas auf die bewährte Achse um Kapitän Tim Felber, Luca Karbaum und Yannik Rendgen. Über die Außenbahnen sorgten Tobias Dott und Luca Mohr für die nötige Breite, während im Zentrum Muhammad Chaudry, Julian Urbas und Fabian Klöckner aufgeboten wurde. In der Offensive begannen Rene Fuhr und Robin Meyer, wobei sich das Angriffsspiel immer wieder flexibel gestalten sollte.

Die erste Chance der Partie gehörte dem Gastgeber: Nach wenigen Minuten lief ein Angreifer der Festländer frei auf das Tor von Tim Klöckner zu. Dieser blieb jedoch lange stehen, parierte stark mit einer Fußabwehr und verhinderte so den frühen Rückstand für den SVN. In der Folge kamen auch die Insulaner besser in die Partie. Ein zunächst schön herausgespielter Angriff wurde noch wegen einer Abseitsposition zurückgepfiffen, doch mit einem Freistoß von Luca Karbaum samt Nachschuss von Fabian Klöckner näherten sich die Blues dem gegnerischen Gehäuse zunehmend an. Nach rund einer halben Stunde bediente der bärenstarke Fabian Klöckner Robin Meyer mit einem langen Ball. Dieser lief frei auf das Tor zu, scheiterte zunächst mit einem Heber am gegnerischen Schlussmann, bekam den Abpraller jedoch erneut vor die Füße und ließ sich im zweiten Anlauf nicht mehr bitten – zur umjubelten Führung für den SVN.

Im Anschluss drückten die Grün-Weißen, in ihrer wohl besten Phase des Spiels, auf den Ausgleich. Zahlreiche Standards und gefährliche Strafraumszenen sorgten für Druck, doch immer wieder, warf sich ein SVN-Spieler in den Abschluss, hatte im entscheidenden Moment den Fuß dazwischen und verteidigte den Vorsprung so mit vereinten Kräften – und der nötigen Portion Fortune.

Den brenzligsten Moment mussten die Blues kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit überstehen, als ein SC-Stürmer aus kürzester Distanz nur den Pfosten traf. Doch keine Zeit zum Durchatmen: Der SVN schaltete direkt in den Kontermodus. Yannik Rendgen leitete unmittelbar den Gegenangriff ein und bediente erneut den startenden Robin Meyer, der am gegnerischen Sechzehner gleich mehrere Gegenspieler band und den mit hoher Geschwindigkeit heranrauschenden Tobias Dott einsetzte. Dieser nahm den Ball im ersten Kontakt sauber mit und vollendete im zweiten aus wenigen Metern zum 0:2 – der perfekte Zeitpunkt für den Treffer. Die Druckphase war überstanden und dem Heimteam war der Zahn mit dem Halbzeitpfiff gezogen.

Nach dem Seitenwechsel hatte erneut der Gastgeber die erste Chance, doch Nachwuchskeeper Klöckner zeigte einmal mehr, dass er ein verlässlicher Rückhalt für das Flaggschiff des SVN ist. Auf der Gegenseite machte es die Urbas-Elf besser: Eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld von Luca Karbaum fand den Weg in den Strafraum, wo Kopfballungeheuer Tim Felber am höchsten stieg und nach 52 Minuten per Kopf zum 0:3 einnickte. Der zehnte (!) Saisontreffer für den Innenverteidiger.

Die Moral des SC Grün-Weiß war nun endgültig gebrochen – ein Aufbäumen des abstiegsbedrohten Nachbarn war nicht mehr zu spüren. Der SVN hatte hingegen Blut geleckt und wollte das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben: Fabian Klöckner überlief den gesamten Abwehrverbund des Heimteams, lief frei auf das Tor zu und wurde als letzter Mann nur durch ein Foul gestoppt. Zur Überraschung aller zeigte das Schiedsrichtergespann, das insgesamt nicht immer eine klare Linie fand, in dieser Situation lediglich die gelbe Karte. Wenige Minuten später folgte jedoch die konsequentere Entscheidung: Nach einer völlig überflüssigen Wrestling-Einlage eines kurz zuvor eingewechselten Spielers gab es für diese Disziplinlosigkeit den fälligen Platzverweis, sodass der SVN fortan in Überzahl agierte. Hier verpassten die Insulaner es zwar noch mehr Dominanz auszustrahlen, doch auch die Grün-Weißen zeigten keinerlei Anzeichen, das Spiel noch einmal spannend machen zu wollen. In den Schlussminuten kam die Urbas-Elf dann noch einmal zu mehreren hochkarätigen Chancen, ließ diese jedoch allesamt ungenutzt. Gut für den SVN, dass man sich zuvor konsequenter vor dem Tor zeigte und die Partie damit frühzeitig in die richtigen Bahnen lenkte. Vallendar betrieb hingegen mit dem 1:3 mit Ablauf der regulären Spielzeit nur noch Ergebniskosmetik. Kurz darauf durfte dann endlich gejubelt werden! Derbysieger!!!

Mit den Zählern 29 bis 31 rückt der SVN auf den sechsten Tabellenplatz vor. Die Insulaner weisen damit fünf Spieltage vor Schluss elf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf, den ausgerechnet der Nachbar belegt. Dieser hat seinerseits nun vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Weiter geht es für die Urbas-Elf am kommenden Kirmes-Wochenende bereits am Freitag um 19:30 Uhr auf der heimischen Südspitze gegen die SG Weißenthurm.

Die zweite Mannschaft unterlag indes der Oberligareserve des FV Engers mit 4:0 – keine Schande. Bereits am Donnerstag kann die „Zwote“ gegen die SG Nauort, einen Gegner eher auf Augenhöhe, mit einem Erfolg weiter an der schwierigen, aber keinesfalls ausgeschlossenen Mission Klassenerhalt arbeiten.