Am gestrigen Mittwochabend reiste die Erste Mannschaft nach Koblenz-Asterstein, um ihr Nachholspiel bei Aufstiegskandidat SV Reinhardt’s Elf zu absolvieren. Die Partie ist im Spätherbst der Witterung zum Opfer gefallen.
Coach Julian Urbas setzte wie gewohnt auf Tom Strick im Tor. In der Viererkette begannen auf den Außenpositionen Steffen Gallus und Yannik Rendgen, in der Mitte verteidigten Tobias Dott und Comebacker Micki Parschau. Tim Felber sollte als alleiniger Sechser das Zentrum gemeinsam mit den beiden Mittelfeldspielern Jul Urbas und Luca Karbaum dichthalten. Auf den offensiven Außenpositionen starteten Luca Mohr und Chris Müller hinter Sturmspitze Rene Fuhr.
Die Blues fanden gut in die Partie. Mit hoher Intensität, Zweikampfhärte und maximaler Geschwindigkeit im Offensivspiel setzten sich die Insulaner in der Anfangsphase in der gegnerischen Hälfte fest. Die frühe Führung war daher keineswegs unverdient. Einen Diagonalball von Steffen Gallus verarbeitete Rene Fuhr stark und legte auf den mitgelaufenen Spielertrainer Julian Urbas auf, der aus rund 16 Metern den Ball gekonnt am Torhüter vorbei in die Maschen beförderte. Der SVN blieb aktiv und hatte die besseren Torraumszenen auf seiner Seite. Doch nach rund einer Viertelstunde nahm auch das Heimteam alsbald an Fahrt auf. Zunächst konnte Tom Strick einen gut getretenen Freistoß noch entschärfen, beim Kopfballtreffer von Spielertrainer Enrico Köppen in der 25. Minute war er aber machtlos. Die Blues zeigten sich jedoch keinesfalls geschockt. Kurz darauf setzte sich Chris Müller auf Linksaußen gekonnt durch und bediente Rene Fuhr, der wiederum im Rückraum Luca Karbaum fand, dessen Abschluss der Torhüter jedoch ohne Mühe entschärfen konnte. Weil Tom Strick auf der Gegenseite nach einer Einzelaktion von Köppen glänzend reagierte, blieb es zum Seitenwechsel beim gerechten 1:1 Unentschieden. Zwar blitzte die individuelle Klasse des Gastgebers hin und wieder auf, von einem Leistungsunterschied zwischen dem Aufstiegskandidaten SV Reinhardt’s Elf und dem SVN, der um den Klassenerhalt kämpft, war jedoch nichts zu spüren; zu gut nahmen die Insulaner den Fight auf dem Hartplatz an und ließen den guten Einzelspielern des Heimteams durch eine geschlossene Defensivleistung kaum Raum für Aktionen.
Die zweite Halbzeit begann aber sogleich suboptimal. Zunächst schied der starke Rene Fuhr verletzungsbedingt aus (er wurde von Leon Hause ersetzt), wenige Sekunden später erzielte Heyer per Volleyschuss das 2:1 für seine Farben. Die Urbas-Elf schüttelte sich einmal kurz und erzielte postwendend den Ausgleich: Eine Freistoßflanke von Luca Karbaum drückte Tim Felber per Kopf gekonnt unter die Latte. Mitte der zweiten Halbzeit setze die SV Reinhardt’s Elf das nächste Zeichen: Nach einem schnell eingeführten Einwurf hatte Köppen ein einziges Mal zu viel Platz, bediente Dreidroppel, der das 3:2 erzielte. Vielleicht hätte der SVN nochmals mehr als nur einen Fuß in die Partie bekommen, einen oder gar drei Punkte vom Asterstein entführt, wenn ein Tritt des gegnerischen Torhüters gegen Leon Hause entsprechend geahndet, und/oder wenn der Ausgleichstreffer vom eingewechselten Steffen Zimmermann nach Vorlage vom ebenfalls eingewechselten Robin Meyer nicht wegen angeblicher Abseitsposition zurückgepfiffen worden wäre. Die Partie blieb so bis zur letzten Spielminute spannend, ehe die Reinhardt’s Elf durch einen Konter das 4:2 erzielte. Mit der letzten Aktion des Spiels hätten die Blues zwar nochmal Ergebniskosmetik betreiben können, als ihnen nach Foul an Hause diesmal recht schmeichelhaft ein Elfmeter zugesprochen wurde, doch auch der Anschlusstreffer war dem SVN versagt. So blieb es beim 4:2, bei der das Urbas-Team den Heimweg zwar ohne Punkte, aber hoch erhobenen Hauptes antreten kann. Schließlich hat man alles in die Waagschale geworfen, auf dem nicht leicht zu spielenden Pflaster jeden Zweikampf angenommen und auch gegen ein Spitzenteam der Liga spielerisch gut mitgehalten.
Julian Urbas: „Ich bin der Meinung, dass wenige Mannschaften bislang so auf der Alm aufgetreten sind wie wir. Es war ab der ersten Minute Feuer drin und die Führung haben wir uns absolut verdient. Dass die Reinhardt’s Elf, vor allem in der Offensive, individuelle Klasse hat, war klar. Daher gehen wir auch mit dem 1:1 in die Kabine. Wenn das vermeintliche Abseitstor zum zwischenzeitlichen 3:3 gegeben wird, ist die Partie absolut offen und dann wäre auch mindestens ein Punkt verdient gewesen. Letztendlich spreche ich den Jungs mein absolutes Lob aus, so wie wir uns gestern präsentiert haben. Wir sehen, wozu wir in der Lage sind, wenn wir alle unsere Bestleistung abrufen.“